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Deutsche haben wenig Wohneigentum

In Zeiten niedriger Zinsen entscheiden sich bekanntlich viele Sparer, ihr Vermögen in Wohneigentum zu investieren. Kein Wunder, Kredite sind einfach und günstig zu bekommen. Obwohl diese Situation schon seit einigen Jahren in Deutschland gegeben ist, hat sich der Bestand an Wohneigentum kaum verändert. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IDW) kommt in der Studie „Kompetenzfeld Immobilienökonomik“ zu diesem Ergebnis. Nur rund 19 Millionen Haushalte verfügen über Haus- und Grundbesitz. Das entspricht einem Anteil von etwa jedem zweiten Haushalt. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit einen der letzten Plätze. Nur in Osteuropa ist die Lage noch dramatischer.

 

Trotz diverser politischer Initiativen zur Förderung von Wohneigentum hat sich an den Zahlen in den vergangenen Jahren nicht viel verändert. Vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen verfügen kaum über eigene vier Wände. Die Auswertung der Wissenschaftler hat ergeben, dass nur jeder fünfte Haushalt mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1300 Euro monatlich über eigene Immobilien besitzt. Unter den Haushalten mit Einkommen über 4500 Euro monatlich sind es hingegen 80 Prozent.

 

Aktuelle Maßnahmen wie das Baukindergeld werden von Experten kritisch betrachtet. Das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) kommt in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass die Subventionen von Familien aus der reicheren Hälfte der Bevölkerung gerne genommen werden, ärmere Familien jedoch nicht erreicht. Ihnen würde grundsätzlich Eigenkapital zum Erwerb von Immobilien fehlen. Außerdem warnen die Ökonomen in einem Bericht des Handelsblatts: „Die teure Förderung droht in Mitnahmeeffekten und höheren Grundstückspreisen zu verpuffen.“ Das DIW hat errechnet, dass das Baukindergeld in der jetzt geplanten Form in den nächsten 13 Jahren den Staat gut 10 Milliarden Euro kosten wird.