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Stauwarnung für europäische Luftfahrt

Für die kommenden Jahre werden deutlich mehr Verspätungen im Luftverkehr erwartet. Bis zum Jahr 2040 werde sich die Zahl der um bis zu zwei Stunden verspäteten Flüge voraussichtlich auf das Siebenfache erhöhen, schätzte Eurocontrol-Chef Eamonn Brennan in dieser Woche auf einem Flughafenkongress in Brüssel.

 

Betroffen wären dann 470.000 Passagiere statt derzeit rund 50.000. Dieser Schätzung liegt ein jährliches Verkehrswachstum von 1,9 Prozent zugrunde, das sich bis 2040 auf einen Zuwachs von 53 Prozent auf 16,2 Millionen Flüge im Jahr summiere.

 

Eurocontrol geht in der vorgestellten Studie davon aus, dass die 111 wichtigsten Flughäfen auf dem Kontinent ihre Kapazität lediglich um 16 Prozent ausweiten können. In der Folge könnten jährlich 1,5 Millionen Flüge mit insgesamt 160 Millionen Passagieren nicht stattfinden. An ihren Kapazitätsgrenzen müssten 16 statt bislang sechs europäische Flughäfen arbeiten. Neben dem Bau zusätzlicher Landebahnen könnten auch technische Innovationen und der Einsatz größerer Maschinen den Flugverkehr verbessern, erläuterte Brennan, der gleichwohl die Politik zum Handeln aufforderte.

 

Brennan bestätigte, dass in den ersten fünf Monaten die Flüge in Europa deutlich unpünktlicher waren als im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Verspätung habe sich von knapp einer halben auf über eine Minute pro Flug erhöht. Mehr als ein Viertel der Verspätungen sei auf Streiks und das Wetter zurückzuführen. Die übrigen Verspätungen begründete er mit Personal- und Kapazitätsprobleme in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.