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Stromspeicher auf Steinwerder

Die Liste der Güter, die im Hamburger Hafen lagern, ist lang. Jetzt ist ein ganz besonderes Produkt hinzugekommen, das hier gespeichert wird: Elektrische Energie. Auf dem Gelände des Cruise Center Steinwerder steht seit Kurzem ein unscheinbares Gebäude, das es in sich hat: Hier lagern jeweils 250 Kilogramm schwere Batteriemodule, die zuvor mehr als 100 Elektrofahrzeuge mit Strom versorgt haben und dabei das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben.

 

Die gebrauchten Stromspeicher sind für das Recycling allerdings noch viel zu schade und können für den stationären Betrieb weiter sinnvoll genutzt werden. Dazu werden sie nach dem Ausbau getestet, neu verkabelt und zu riesigen Stromspeichern zusammengeschaltet. Der Großspeicher im Hamburger Hafen hat jedoch nicht die Aufgabe, Terminals, Büros oder Haushalte mit Strom zu versorgen, sondern die Spannung im Stromnetz stabil zu halten. Schwankungen treten durch die Energiewende, also durch den Einsatz von immer mehr Windrädern und Photovoltaikanlagen, immer öfter auf.

 

600 bis 700 Megawatt Leistung sind derzeit nötig, um die Schwankungen im deutschen Stromnetz auszugleichen, immerhin zwei Megawatt davon kann die neue Pilotanlage auf Steinwerder liefern. Zum Vergleich: Diese Menge würde ausreichen, um einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt sieben Monate lang mit Strom zu versorgen. Zehn Jahre lang soll das zweite Leben der Batterien noch dauern, danach müssen sie endgültig entsorgt werden.