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Tanker-Verschrottung steigt um ein Vierfaches

Die Schiffsfriedhöfe in Asien und der Türkei profitieren von der aktuellen Situation auf dem Tankermarkt. Im vergangenen Jahr wurden viermal so viele Öl-Transporter verschrottet wie 2016 (10,7 Millionen dwt gegenüber 2,5 Millionen dwt). Das entspricht einem Drittel der gesamten Abwracktonnage in Höhe von 34 Millionen dwt. Für viele Recycling-Betriebe bedeutete dies nahezu die Rettung, denn die Rückbau-Kandidaten unter den Massengutfrachtern und Containerschiffen verringerten sich um 20 Prozent. Die Schrott-Preise stiegen, je nach Land, auf 200 bis 450 US-Dollar pro Tonne.

Insbesondere die Abbruchswerften in Bangladesch zogen sich Tanker-Aufträge an Land. Sie verschrotteten unter anderem alle 14 Schiffe der VLCC- und FPSO- Klasse. Indien setzt derweil in seinen Recycling-Häfen konsequent die internationalen Umwelt- und Sozialstandard-Auflagen (HKC) um. Ebenso wie die Türkei, deren Abwrackfirmen ausrangierte Ozeanriesen unterschiedlichster Art entsorgten. Durch das Green Recycling, seine Lage am Mittelmeer und attraktive Preise könnte das Land am Bosporus eine interessante Alternative für viele Schiffseigner sein. Sehr ruhig blieb es indes in den chinesischen Verschrottungsanlagen. Die Folge: Einige Werften mussten schließen. Da die staatlichen Subventionen in diesem Jahr ihrem Ende entgegengehen, bleibt abzuwarten, ob die Betriebe in der Volksrepublik den Auftrags-Wettbewerb mit ihren indischen Konkurrenten überhaupt antreten werden.