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Iran: Unübersichtliche Situation im Öl-Export-Land

Die regimekritischen Proteste im Irankönnten sich negativ auf die sich gerade erholenden Öl-Exporte des Landes auswirken. Trotz der Aufhebung von Sanktionen infolge des Atomabkommens kommt der wirtschaftliche Aufschwung im Iran nur schleppend voran. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die schiitischen Hardliner eine Öffnung zum Westen, die eine weitere ökonomische Erholung mit sich bringen könnte, bisher blockieren.

Zumindest ein Sektor hatte sich vom wirtschaftlichen Einbruch seit Einführung der Sanktionen im Jahr 2012 erholt: der Öl-Export. Er ist hauptsächlich für das derzeitige Wirtschaftswachstum des Landes von sechs Prozent verantwortlich. Vor dem Embargo war der Iran mit im Schnitt 2,3 Millionen Barrel am Tag der weltweit drittgrößte Exporteur des Rohstoffes. Im vergangenen Jahr konnte er mit 2,1 bis 2,3 Millionen Barrel am Tag im Schnitt wieder an diese Marke heranreichen.

Noch ist nicht abzusehen, welche konkreten Auswirkungen die Proteste haben werden, ob die Gewalt weiter eskaliert und wie die Führung in Teheran darauf reagieren wird. Doch eines ist bereits jetzt klar: Der (Öl-)Markt mag weder Instabilitäten noch unübersichtliche Situationen und reagiert in der Regel mit steigenden Preisen. Dazu kommt, dass die OPEC die Ausnahmeregelung für den Iran im Hinblick auf die Drosselung der Fördermengen demnächst aufheben könnte. Ein dritter, derzeit recht unsicherer Faktor sind die USA. Präsident Donald Trump, der bereits vor den Unruhen angekündigte, den Atom-Deal mit dem Iran aufkündigen zu wollen, unterstützt die Proteste öffentlichkeitswirksam über Twitter. Doch seine Hoffnung auf einen Sturz des Regimes in Teheran wird sich nach Meinung der meisten Experten nicht erfüllen. Eher könnten seine Botschaften den Konservativen in die Hände spielen.