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Stiftung Warentest: Billigflieger kompliziert bei Gebührenerstattung

Airlines müssen bei Flugstornierungen durch Kunden Steuern und Gebühren zurückerstatten. Speziell Billigflieger tun sich dabei, dank hoher Bearbeitungsgebühren und einer unklaren Zusammensetzung des Ticketpreises, schwer. Das berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“.

 

Airlines müssen eigentlich genau aufschlüsseln, welchen Anteil des Ticketpreises Steuern und Gebühren ausmachen – doch das ist oft nicht der Fall. Außerdem berechnen einige Airlines bei einer Flugstornierung eine unzulässige Bearbeitungsgebühr. Das haben die Tester ermittelt. Wizz Air etwa nimmt dafür laut Bericht 60 bis 80 Euro, Ryanair 20 Euro. Dies verringert die Höhe der Erstattung.

 

Die Experten von „Finanztest“ raten, die Ansprüche generell direkt bei der Fluggesellschaft geltend zu machen, auch wenn das Ticket bei einem Vermittlungsportal gebucht wurde. Verbraucherzentralen bieten dafür Musterbriefe an. Die Ansprüche verfallen nach drei Jahren. Verweigert die Airline die Rückzahlung, bleibe nur die Einschaltung eines Anwaltes oder eines Storno-Dienstleisters, der jedoch wiederum Gebühren kassiert.

 

Auf die Erstattung anderer Teile des Ticketpreises können Kunden nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) aus März 2018 nicht mehr setzen. Airlines dürfen demnach Tarife anbieten, die eine Erstattung bei Stornierung ausschließen – bis auf Steuern und Gebühren.