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Keine Zinswende in Sicht


Banken und Sparer sehnen sie sich seit Monaten herbei: eine Zinswende bei der EZB. Diese lässt aber aller Voraussicht nach auch im Jahr 2018 auf sich warten. Die Immobilienbranche freut sich.

 

Zu Beginn dieses Jahres hatten viele Experten und Marktbeobachter bereits eine dezente Trendumkehr, zumindest bei den Zinsen für Immobilienfinanzierungen, gesehen. Grund: Der Kurs für zehnjährige Bundesanleihen stieg binnen zwei Monaten von unter 0,3 auf 0,75 Prozent. Auch die daran gekoppelten Bauzinsen zogen leicht an, ebenso die Zinsen für Pfandbriefe. Doch Anfang April legte die Kurve wieder den Rückwärtsgang ein und verharrt aktuell nur noch bei knapp unter 0,5 Prozent.

 

"Das Zinsumfeld wird niedrig bleiben", prognostiziert auch Gerhard Rösl von der Technischen Hochschule Regensburg. "Viele Länder erfüllen die EU-Konvergenzkriterien wie beispielsweise einen staatlichen Schuldenstand von nicht mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach wie vor nicht." Komme es in absehbarer Zeit wieder zu einem Beschluss zur Erhöhung des Leitzinses, werde sich dieser nicht zuletzt deshalb höchstens in einer Spanne bis 2 Prozent bewegen. "In den kommenden 20 bis 30 Jahren wird es keine Leitzinsen von 4 bis gar 5 Prozent mehr geben", so Rösl. Das "Entschulden durch blankes Abwarten" gehe noch lange weiter.

 

Aktuell heißt es daher weiterhin: Leitzins bei 0, Strafzins bei -0,4 Prozent. Und: Der Nettoerwerb von Vermögenswerten geht weiter, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht.