Firmensitz der Dr. Peters Group

Auswirkungen des Leitzinses auf die Immobilienbranche

Nachdem die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) Mitte Dezember eine erneute Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent beschloss, gab die Europäische Zentralbank unmittelbar darauf bekannt, den Leitzins in der Eurozone beizubehalten.

Auf den deutschen Immobilienmarkt haben diese Entscheidungen laut Finanzdienstleister Dr. Klein mittelfristig keine Auswirkungen. „Im letzten Monat sind die Zinsen für Baudarlehen um zehn Basispunkte gestiegen. Dabei handelt es sich um übliche Marktschwankungen“, erklärt Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG Neumann. „Für das kommende Jahr rechne ich weiterhin mit einem günstigen Zinsumfeld für Bauherren und Hauskäufer – auch wenn die Talsohle hinter uns liegt.“ Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen liegt laut Dr. Klein derzeit bei 1,01 Prozent (Stand 14. Dezember 2017).

Hinsichtlich der Beschlüsse der Europäischen Zentralbank kommentiert der Finanzexperte: „Ich habe von der EZB-Sitzung keine nennenswerten Neuigkeiten für die Eurozone erwartet. Das derzeitige Anleihekaufprogramm läuft bis mindestens September 2018 weiter. Es sieht vor, dass im neuen Jahr nicht nur Anleihen im Wert von bis zu 30 Milliarden Euro pro Monat zusätzlich gekauft werden, sondern darüber hinaus jeden Monat weitere knapp zehn Milliarden auslaufende Anleihen verlängert werden.“ EZB-Chef Mario Draghi, Chef der EZB, begründe seine expansive Politik unter anderem damit, dass die Wirtschaft in der Eurozone weiterhin nicht ausreichend stabil sei. Zunächst müsse eine weiter reichende Erholung einsetzen, ehe er die Intervention der EZB weiter reduziere.

Die Chefin der amerikanischen Notenbank Janet Yellen, so Neumann, könne ihrem europäischen Kollegen dagegen vorauseilen, „weil in den USA genau die Parameter eingetreten sind, die Draghi so gerne sehen möchte: Die Wirtschaft wächst kontinuierlich, die Inflation liegt höher als in der Eurozone – im Schnitt 2017 bei 2,1 Prozent.“ Da sie damit ihrem eingeschlagenen Weg folgte, reagierten die Märkte laut Dr. Klein allerdings kaum. Die Zinserhöhung sei bereits eingepreist.