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Hinter Londons Betonmauern verbirgt sich eine grüne Oase

Wohnen in London gilt als teuer. Sehr teuer. Zumindest, wenn man unter normalen Wohnbedingungen leben möchte. Doch auch Angebote für Ein-Zimmer-Appartements oder WG-Zimmer, die regelmäßig im Internet auftauchen, sind nur zu astronomischen Summen zu haben. Mittendrin gibt es graue Wohntürme und Sozialwohnungen, die alles andere als Traumrefugien sind – zumindest auf den ersten Blick.

Denn eines dieser Wohnobjekte, die aussehen, als würden sie einem düsteren Science Fiktion-Film entstammen, ist überaus beliebt bei einheimischen Künstlern, jungen Familien und Intellektuellen: das „Barbican“. Ende der fünfziger Jahre entworfen und in den beiden Jahrzehnten danach erbaut, bietet der Wohnkomplex im Herzen der britischen Hauptstadt viel mehr, als man erahnt. Vor allem mehr Grün. Denn nicht nur hohe Häuser und dunkle Unterführungen gehören hier zum Alltag. Auch grüne Gärten, Wasserflächen sowie ein tropisches Gewächshaus gehören dazu. Das dies nur wenigen von „Außerhalb“ klar ist, liegt vielleicht auch an der sich wenig öffnenden Architektur. Denn abgeleitet ist der Begriff „Barbican“ von „Verteidigungsanlage“.

Unbeeindruckt von den in London üblichen Preisen ist man auch hier schon längst nicht mehr. Denn in den Achtzigerjahren nutzten viele Bewohner die Möglichkeit, ihre ehemaligen Mietwohnungen zu kaufen. Und deren Wert hat sich in den letzten Jahren erheblich erhöht. Eine 110 Quadratmeter große Eigentumswohnung ist aktuell nicht unter zwei Millionen Euro zu haben. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Und anders als ähnliche „Wohnmaschinen“, die in den vergangenen Jahrzehnten abgerissen wurden, wird das Barbican auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Denn seit 2001 steht es unter Denkmalschutz.