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Airbus und Bombardier gründen Joint-Venture

Seit dem 6. Oktober ist es offiziell: Airbus steigt mehrheitlich bei der „C-Series“ genannten Mittelstreckenjet-Baureihe des kanadischen Herstellers Bombardier ein. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von beiden Konzernen bereits unterschrieben. Demnach werde Airbus 50,01 Prozent an der gemeinsamen Gesellschaft zur Produktion und Vermarktung der C-Series-Flugzeuge halten. Bombardier behält 31 Prozent, und die kanadische Provinzregierung von Quebec, die seit zwei Jahren als staatliche Investmentgesellschaft den zuletzt in die Krise geratenen Flugzeugbauer Bombardier unterstützt, ist mit rund 19 Prozent beteiligt. Die Zentrale der „C-Series Aircraft Limited Partnership“ (CSALP) werde im kanadischen Quebec verbleiben.

Dies teilten Airbus und Bombardier jeweils in einer Pressemeldung mit. Das hochmoderne und komplett neu entwickelte C-Series-Programm von Bombardier umfasst derzeit die zwei Mittelstrecken-Maschinen vom Typ CS100 und CS 300 mit Platz für 100 bis 160 Passagiere. Damit will Airbus künftig sein Angebot im Mittelstreckensektor bereichern, in dem der A320 mit rund 140 Plätzen rangiert.

In Medienberichten wird der Deal zwischen Airbus und Bombardier als spektakulärer Coup vor dem Hintergrund eines offenbar durch den US-Flugzeugbauer Boeing ausgelösten Handelskriegs zwischen Bombardier und den US-Behörden gewertet. Denn seit Jahren versuche Boeing, den kanadischen Flugzeugbauer Bombardier vom US-Markt fernzuhalten. Dazu ist in einem Presseartikel zu lesen: „Mit seinen Bemühungen, Bombardier als neuen Wettbewerber vom Eintritt in den US-Markt abzuhalten, trieb Boeing die Kanadier letztlich in die Arme von Airbus.“ Zuvor habe Boeing sich über staatlich subventionierte Schleuderpreise bei der C-Series für geplante Verkäufe in den USA beschwert. Daraufhin habe das US-Handelsministerium von US-Präsident Donald Trump zuletzt Anti-Dumping-Zölle in Höhe von 300 Prozent auf Bombardier-Jets geplant.

Mit der Airbus-Kooperation entgeht Bombardier all diesen Probleme, weil die geplante Montage ihrer Jets im Airbus-Werk in den USA die geplante Strafsteuer umgehen dürfte. Airbus und Bombardier wollen die Endfertigung der C-Series-Maschinen für den US-Markt in das Airbus-Werk im US-amerikanischen Bundesstaat Alabama verlegen. Zudem habe Airbus bestätigt, dass in die neue Partnerschaft kein Bargeld fließen werde, da Airbus seine Kapazitäten für Verkauf und Marketing einbringe.

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