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Japanische Werften beklagen unfaire Staatshilfe bei Nachbarn

Japanische Werften können sich derzeit eigentlich nicht beklagen: Der Aufschwung hält unvermindert an, die Neuaufträge stiegen im Oktober zum zehnten Mal in Folge. Dass dennoch keine Sektkorken knallen, liegt wohl hauptsächlich an den asiatischen Nachbarn China und Südkorea. Dort sollen Werften nach Auffassung der Japaner unfaire Staatshilfen erhalten. Allein im vergangenen Monat verbuchten die japanischen Unternehmen Neuaufträge für 22 Schiffe – hauptsächlich Massengutfrachter, die eine Gesamtkapazität von 890.300 Bruttoregistertonnen (BRT) vorweisen. Das entspricht dem Siebenfachen im Vergleich zum selben Monat des vergangenen Jahres. Damit stehen derzeit 27,2 Millionen BRT in den Auftragsbüchern der einheimischen Werften.

Doch noch viel besser läuft es für die Konkurrenz aus Südkorea und China. Während die Japaner zwischen Januar und September Aufträge für den Bau von Schiffen in Höhe von 1,84 Millionen BRT erhielten, konnten die Chinesen 6,19 Millionen und die Südkoreaner sogar 11,98 Millionen BRT verbuchen. Den Grund für diesen hohen Unterschied sehen die japanischen Werftbesitzer in den Staathilfen für die Unternehmen beider Länder. Nach ihrer Auffassung eine klare Wettbewerbsverzerrung, die eigentlich einen offiziellen Protest nach sich ziehen sollte.

So hat Seoul gemeinsam mit der Korea Development Bank ein Rettungspaket in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar für das kränkelnde Unternehmen Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering geschnürt. Außerdem stützt die Regierung einen Teil der Rückstellungen zur Rückzahlung erhaltener Anzahlungen, um kleine und mittlere Betriebe zu unterstützen. Peking hat da eine noch offensichtlichere Methode. Die Regierung subventioniert Unternehmen, die ihre Schiffe auf staatlichen Werften produzieren lassen. Das veranlasste einige europäische Reedereien bereits, sich für chinesische Anbieter zu entscheiden. Dieses System soll zum Beispiel auch bei einem Großauftrag über neun Containerschiffe mit einer Transportkapazität von jeweils 22.000 TEU Früchte getragen haben.