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Mammutprogramm für Lufthansa nach Air Berlin-Übernahme

Die Übernahme ist besiegelt: Die Lufthansa Group hat eigenen Angaben zufolge für rund 210 Millionen Euro große Teile der insolventen Air Berlin gekauft. Der offizielle Vertragsabschluß dafür erfolgte am vergangenen Freitag, heißt es in einer Pressemitteilung der Lufthansa Group. Demnach erhält Lufthansa die bisherige Air Berlin-Tochtergesellschaft Niki /Österreich, die Luftverkehrsgesellschaft Walter (LGW) sowie 20 weitere Flugzeuge. Zudem sichert sich Lufthansa eine Vielzahl weiterer Flugzeuge der Air Berlin-Flotte. „Wir werden voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen, 3000 Mitarbeiter einstellen und dafür in Summe 1,5 Milliarden Euro investieren,“ wird Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Medienberichten zitiert.

Damit steht für die Lufthansa Group ein echtes Mammutprogramm an: Dazu gehören die Integration der neuen Fluggesellschaften Niki und LGW, welche die Kapazitäten  der Lufthansa–Tochter Eurowings erweitern sollen. Zudem stehe die Integration der ebenfalls übernommenen Brussels Airlines aus Belgien in die Eurowings an. Gleiches gilt für tausende Slots der erworbenen Flugbetriebe, das Umlackieren von Maschinen, die Neueinstellung von Mitarbeitern und die Neuorganisation vieler Unternehmensbereiche.

So soll laut einer aktuellen Presseinformation der Lufthansa allein die Zahl der Eurowings-Mitarbeiter von derzeit 7.000 auf zukünftig rund 10.000 wachsen. Zudem plant die Lufthansa-Tochter für den Sommer 2018 rund 50 neue Kurz- und Mittelstreckenverbindungen sowie eine Vielzahl neuer Langstreckenflüge. Eurowings rechne mit insgesamt 80.000 zusätzlichen Flügen und rund zwölf Millionen zusätzlichen Passagieren pro Jahr.

Als weiteres Großprojekt für die Lufthansa Group steht dadurch ein zukünftig immens erweitertes Engagement am Flughafen Düsseldorf an. In weiteren Medienberichten spricht Lufthansa-Chef Spohr davon, dass man durch den Ausbau der Eurowings über 50 Prozent Marktanteil am NRW-Airport haben werde. Verbunden damit wolle man auch mehr Engagement an der Gestaltung des Flughafens übernehmen.

Neben Lufthansa verhandelte Air Berlin zuletzt auch mit  Easyjet über einen Teilverkauf. Ein Ergebnis ist offenbar noch nicht in Sicht. Die Transaktion zwischen der Lufthansa Group und Air Berlin indes ist abgeschlossen. Sie steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gläubigerausschuss, den Sachwalter im Insolvenzverfahren der Air Berlin sowie der europäischen Wettbewerbsbehörde in Brüssel. Die Lufthansa Group rechnet damit, dass die EU bis zu drei Monate braucht, um den Kauf kartellrechtlich zu überprüfen. Laut Lufthansa-Angaben könne es aber bis zu einem Jahr dauern, bis die Integration vollständig umgesetzt ist.