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Weniger Tanker-Neubauten im zweiten Halbjahr

Nach einem sehr regen ersten Halbjahr 2017, ging die Nachfrage nach Tanker-Neubauten in den vergangenen Monaten wieder zurück. Laut Schiffsmakler Gibson investierten Käufer zwischen Januar und Juni hauptsächlich in die Neuanschaffung von VLCC sowie LR2/Aframaxe, aber auch andere Schiffssegmente. Zum Teil sei das gesteigerte Interesse durch den erheblichen Preisverfall in der angeschlagenen Schiffsindustrie begünstigt worden. Diese war durch die recht schwache Auftragslage in den vergangenen Jahren mehr und mehr gezwungen, ihre Preise immer weiter nach unten anzupassen – bis zum tiefsten Stand seit 2003/2004. Das Resultat daraus war, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres 139 Tanker mit einer Tragfähigkeit von jeweils mehr als 25.000 dwt bestellt wurden – die doppelte Menge des gesamten Geschäftsjahres 2016.

Entsprechend den Angaben des Schiffsmaklers sei mit 37 Einheiten seit Juli allerdings ein deutlicher Rückgang der Bestellungen zu verzeichnen. Besonders drastisch waren die Einbrüche bei VLCC (neun gegenüber 38 in den ersten sechs Monaten), Suezmaxe (vier gegenüber 16) und LR2/Aframaxe (zwei gegenüber 44). Der einzige Sektor, der relativ stabil blieb, waren die MR-Tanker mit 22 Aufträgen gegenüber 38 im ersten Halbjahr. Aber auch diese Zahlen sind verhalten verglichen mit den 340 MR-Bestellungen aus dem Zeitraum 2012/13.

Gibson sieht diese Entwicklung auch als Reaktion auf die derzeitige turbulente Situation am Markt. Die Einnahmen der Rohöl-Tanker sanken im Sommer und Frühherbst unter die OPEX Break-Even-Marke – da fällt es den meisten Unternehmen schwer in neue Schiffe zu investieren. Es bleibt nach Auffassung des Schiffsmaklers abzuwarten, ob die Aufträge für neue Tanker wieder steigen. Denn das vierte Quartal sei das saisonal stärkste der Transportnachfrage.