Firmensitz der Dr. Peters Group

Deutscher Schiffbau: stabil in der Nische

Deutschlands Schiffsbau schwimmt gegen den Trend – im positiven Sinne. Trotz der schwierigen globalen Lage hat er sich in seiner Nische des Weltmarktes behauptet. Das beweisen auch die Beschäftigtenzahlen. Zwar gibt es regionale Unterschiede, aber die Zahl der Arbeitsplätze auf deutschen Werften bleibt stabil. Zudem nahmen Leiharbeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse weiter ab. Das geht aus der aktuellen Betriebsrätebefragung im Auftrag der IG Metall Küste hervor. Danach arbeiten auf den 38 deutschen Werften rund 15.800 Arbeitnehmer.

„Auch wenn die Beschäftigung insgesamt stabil ist, so ist sie dennoch in Bewegung“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. Demnach entwickelte sich die Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen positiv, während sie in den anderen Küstenländern Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein abnahm.

Nach Ansicht der Gewerkschaft sei die Ausbildungsquote mit 6,5 Prozent auf den Werften zwar zu niedrig, im Vergleich zu anderen Branchen aber weiterhin verhältnismäßig hoch. Ebenfalls erfreulich: die hohe Übernahmequote von 94 Prozent der ausgelernten Lehrlinge.

Für bedenklich hält Geiken dagegen, dass die Mitarbeiterzahl im Ingenieursbereich sinkt und gleichzeitig die Leiharbeit in Entwicklung und Konstruktion zunimmt. Der IG Metall-Bezirksleiter warnte hierbei vor einem Know-how-Verlust in den Kernkompetenzen der Unternehmen.

Auch wenn die Auftragseingänge rückläufig sind und die Kurzarbeit zunahm, blickt Geikens positiv in die Zukunft: Insgesamt könnten die Werften auf einen ausreichenden Auftragsbestand zurückgreifen und hätten Aufträge für die kommenden zwei bis drei Jahre.