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Auswirkung der Bundestagswahl auf die Immobilienbranche

Die Koalitionsgespräche über eine Jamaika-Koalition haben gerade erst begonnen, doch über die möglichen Auswirkungen wird bereits jetzt rege diskutiert – auch in der Immobilienbranche. Baulandpreise, Mietpreisbremse, Wohnungspolitik – Themen gibt es hier genug. Und so spekulieren die Experten, wie sich die einzelnen Fraktionen in diesen Fragen positionieren.

So vermuten viele Beobachter, dass die Grünen insbesondere mehr Klimaschutz einfordern, zum Beispiel bei den Vorgaben zur energetischen Sanierung, andererseits aber nicht auf der Mietpreisbremse beharren werden. Als bestes Indiz für diese Annahme sieht die Branche den Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein, wo bereits eine Jamaika-Koalition regiert. Da die FDP ohnehin für Deregulierung steht und die Bundeskanzlerin das Scheitern der Mietpreisbremse bereits festgestellt hat, rechnen die Fachleute mit einem stillen Auslaufen der in diversen Städten eingeführten Deckelung.

In Sachen Förderung von Wohnungsneubau sieht die Immobilienwirtschaft das sich anbahnende Bündnis sogar als Chance. Da sie sich mehr Bauland, schnellere Baugenehmigungen und höhere Abschreibungen verspricht – insbesondere durch den Einfluss der FDP. Ein moderneres Baurecht präferieren auch die Grünen, wollen aber, dass Baulandausweisungen eher flächensparend erfolgen. Als großes Problem sehen die Experten die Grundstückspekulation, die die Baulandpreise in den Städten hochtreibt und letzten Endes auch die Mieten unbezahlbar machen. Einschränkungsmaßnahmen hierfür hat noch keine Partei vorgelegt.

Im Ausland spielen diese Gedankenspiele und die schwierigen Koalitionsverhandlungen kaum eine Rolle. Für die meisten internationalen Investoren ist nur eines von Bedeutung: Merkel bleibt Kanzlerin. Und deshalb werden munter weiter deutsche Immobilien gekauft – ein Umsatzrekord ist in Sicht.

BNP Paribas Real Estate hat errechnet, dass nahezu die Hälfte der in den ersten neun Monaten auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt umgesetzten 39,5 Milliarden Euro aus dem Ausland kamen. Der Immobiliendienstleister prognostiziert, dass der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt in diesem Jahr auf ein Rekordtransaktionsvolumen von 60 Milliarden Euro zusteuert. JLL-Deutschland ist da etwas vorsichtiger und sagt ein Volumen von 53 Milliarden Euro voraus.

Das Deutschland-Faible ausländischer Investoren ist vor allem in den guten Wirtschaftswachstumserwartungen begründet, die für das laufende Jahr momentan bei 1,9 Prozent liegen. Und die Prognosen für 2018 sind mit 2,1 Prozent nochmals besser.