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Rückgang venezolanischer Öl-Exporte belastet Tankermarkt

Die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in Venezuela nehmen mehr und mehr Einfluss auf den Tankermarkt, berichtet Schiffsmakler Gibson in seinem wöchentlichen Report. Zum einen der erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-Rechts-Opposition und die daraus resultierenden US-Sanktionen, die es amerikanischen Gläubigern verbietet mit hochrangigen venezolanischen Regierungsmitgliedern über einen Teilschuldenerlass zu verhandeln. Zum anderen – und wesentlich aktueller – die drohende Staatspleite des Landes.

Diese Herausforderungen haben zum einen weiteren Einfluss auf die heimische Ölproduktion des einst reichsten Landes Südamerikas. Sie befindet sich aufgrund fehlender Investitionen und schlechter Wartung der Anlagen bereits seit längerem im stetigen Rückgang. Mit einer durchschnittlichen Fördermenge von 1,9 Millionen Barrel am Tag im Oktober 2017 produziert Venezuela rund 22 Prozent weniger als noch vor zwei Jahren. Noch schwerer wiegt allerdings der Rückgang der Exporte in die USA. Zwischen Januar und August waren es durchschnittlich 690.000 Barrel am Tag – 175.000 weniger als im Vergleichszeitraum 2015. Und seit September sind es sogar nur noch durchschnittlich 500.000 Barrel.
Wenig Anlass zur Freunde geben auch Beschwerden über die schlechte Qualität des Öls und Meldungen über stornierte Lieferungen sowie Preisnachlassforderungen von Kunden.

Einige Lichtblicke gibt es trotzdem. So stieg der Export nach China um 100.000 auf 440.000 Barrel am Tag. Und Russland hat die Rückzahlungsfrist für seine Forderungen verlängert. Das gibt Venezuela ein wenig Luft, um vielleicht doch noch Lösungen aus der Krise zu finden.