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HSH Nordbank nur 200 Millionen Euro wert?

Bisher sind es nur Gerüchte und Spekulationen – sofern man diesen allerdings Glauben schenkt, bieten potenzielle Käufer aus Großbritannien und den USA derzeit höchstens 200 Millionen Euro für die HSH Nordbank. Das Problem: Das angeschlagene Finanzinstitut muss gemäß dem Willen der EU-Kommission bis Februar 2018 verkauft sein – sonst wird es abgewickelt.

Nach aktuellem Kenntnisstand befinden sich unter den Bietern, mit denen Hamburg und Schleswig-Holstein gerade verhandeln, mehrere Finanzinvestoren aber keine einzige Bank. Als Favorit gilt laut Reuters inzwischen das Londoner Investment-Fonds-Haus Socrates Capital. Andere Experten wiederum räumen aber auch dem amerikanischen Bieterkonsortium aus Cerberus und J.C. Flowers sowie Apollo gute Chancen ein.

Im Gegensatz zum hierzulande eher unbekannten „alternativen Fondsmanager“ Socrates sind die drei letztgenannten keine unbeschriebenen Blätter: Cerberus hält Anteile an diversen deutschen Firmen und ist auch an der Commerzbank beteiligt. Flowers besitzt bereits 5,1 Prozent der HSH und Apollo übernahm 2013 die Bremer Kreditbank und in diesem Sommer die Oldenburgische Landesbank.

Von offizieller Stelle gibt es derzeit weder Bestätigungen noch Dementis zu Geboten oder den Namen von Interessenten. Klar scheint allerdings, dass nicht allein die Kaufsumme, sondern auch die sogenannte „Transaktionsfähigkeit“ der Bieter eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen spielt. Das heißt, der potenzielle Käufer sollte die Übernahme und Umwandlung von HSH auch stemmen können.

Erst vor kurzem veröffentlichte die HSH Nordbank nach drei Quartalen ihre operativen Ergebnisse. Und diese waren deutlich besser als im Vorjahreszeitraum: Der Gewinn vor Steuern stieg auf 201 Millionen Euro gegenüber 183 Millionen Euro.

Insbesondere die Altlasten aus der Schifffahrt werden vom Konzern weiter radikal abgebaut. Das gesamte Shipping-Portfolio verringerte sich von 17 Milliarden Euro zum Jahresende 2016 auf 12 Milliarden Euro Ende September 2017. In den vergangenen neun Monaten wurden demnach Kredite in Höhe von 5 Milliarden Euro abgebaut.