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Mangel an Büroflächen gefährdet Wachstum

Laut dem „Marktbericht Gewerbe 2017“ von „Immobilienscout24 Gewerbeflächen“ boomt der deutsche Büroimmobilienmarkt. Allerdings rät Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten des Internetportals: „Städte sollten rechtzeitig in den Neubau von Büroflächen investieren, damit ihr wirtschaftliches Wachstum nicht aufgrund von Flächenknappheit ausgebremst wird.”

Der umsatzstärkste Standort in Deutschland, so Immobilienscout24, ist zurzeit Berlin. Deutschlands Hauptstadt hat damit München den Rang abgelaufen. Im Jahr 2016 wurden in der Spree-Metropole 838.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Die Mietpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent. Als teuerste Lage hat dabei die Friedrichsstraße eine durchschnittliche Angebotsmiete von 19 Euro pro Quadratmeter  vorzuweisen. Begünstigt werde diese Entwicklung dadurch, dass Berlin zum internationalen Zentrum für Tech-Firmen und Start-ups gewachsen sei. Auch sei die maximale Zahlungsbereitschaft um 9,2 Prozent gestiegen.

In puncto Büromieten belegt München mit Höchstpreisen von über 46 Euro pro Quadratmeter weiterhin die Spitzenposition. Mit sechs DAX-30-Unternehmen, alteingesessenen Familienunternehmen und großen Technologiefirmen, so der Marktbericht, sei die Stadt hervorragend aufgestellt. Jedoch bestehe besonders für Großbüros Flächennotstand, vor allem in Top-Lagen wie Altstadt, Lehel oder Maxvorstadt.

Insbesondere in Hamburg stellt der akute Mangel an Büroflächen eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum dar. Dies betrifft vor allem große Gewerbeflächen ab 2.500 Quadratmeter und kleinere bis 150 Quadratmeter. Dabei sind in Hamburg gerade Kleinbüros gefragt und mit über 21 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise am teuersten. Trotz dieser Entwicklung erreicht die Hansestadt mit 500.000 Quadratmetern vermieteter Bürofläche ein Zehn-Jahres-Hoch. Allerdings sind die Büromieten laut Marktbericht im Schnitt nur um 5,5 Prozent gestiegen. Die Altstadt, die Neustadt und die Hafencity zählen dabei zu den begehrtesten Lagen.

In Frankfurt am Main haben sich die hohen Leerstandsquoten von 2015 mittlerweile stark verringert. Der anstehende Brexit stärkt die Stadt als einen der wichtigsten europäischen Finanzplätze. In Top-Lagen wie im Westend-Süd wird der Quadratmeter für durchschnittlich rund 22 Euro angeboten. Doch auch in Frankfurt, so Immobilienscout24, werde zu wenig gebaut. Dort mangelt es ebenfalls an kleinen und großen Flächen.