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Kurdisches Unabhängigkeits-Votum: Einfluss auf Tankernachfrage?

Das Unabhängigkeits-Votum der nordirakischen Kurden könnte nicht nur hinsichtlich der Stabilität der Region von einiger Brisanz sein. Auf längere Sicht könnte es auch Konsequenzen für die Tankernachfrage am Golf haben. Öl ist eine wichtige Einnahmequelle der dortigen kurdischen Regionalregierung. Allerdings muss sie den Rohstoff über eine Pipeline ins türkische Ceyhan exportieren, um es von dort aus zu verschiffen.

Und hier liegt der Hase begraben: die Nachbarländer Türkei und Iran, beide mit eigener kurdischer Minderheit, sind alles andere als erfreut über die Abspaltungsbestrebungen. Und auch wenn die Regionalregierung das Votum zunächst nur als Grundlage für Gespräche mit der irakischen Zentralregierung nutzen will, drohte die türkische Regierung bereits damit, den Zugang zum Ölmarkt für die irakischen Kurden zu kappen. Alternativen gibt es so gut wie keine. Routen durch den Iran oder Syrien existieren nicht und die Südroute würde Baghdad mehr Kontrolle einräumen.

Der Ölfluss aus dem Nordirak ist allerdings eine wichtige Auftragsquelle für Tanker, insbesondere für Suez- und Aframaxe. Über die Ceyhan-Route kamen allein im dritten Quartal des laufenden Jahres 500.000 Barrel Öl am Tag. Versiegt der Nachschub, verschlechtern sich die Aussichten für den Schiffsmarkt. Der Ölpreis reagierte bereits – Vor dem Hintergrund bereits gedrosselter Fördermengen erreichte der Brent den höchsten Kurs seit 26 Monaten.