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Sicherheitsdienst: Ex-Armee Soldaten in Indien freigesprochen

Eigentlich wollte sie Handelsschiffe vor somalischen Piraten beschützen – doch dann wurde die Crew der „Seaman Guard Ohio“ von der indischen Sicherheitsbehörde verhaftet und wegen der illegalen Einfuhr von Waffen in indische Gewässer zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nun hob ein indisches Berufungsgericht nach jahrelangem Streit das Urteil auf und ordnete die Freilassung der Seeleute an.

Was war passiert? Im Oktober 2013 war die „Seaman Guard Ohio“ nahe des Golfs von Mannar von der indischen Küstenwache zunächst festgehalten und schließlich in den Hafen von Tuticorin eskortiert worden. Das ursprünglich als Patrouillenboot gebaute Schiff gehörte zu dieser Zeit dem US-amerikanischen Unternehmen Advanfort, einem Sicherheitsdienstleister, der internationalen Handelsschiffen private bewaffnete Begleitung zum Schutz vor Angriffen somalischer Piraten anbot. Der Grund der Festsetzung der „Seaman Guard Ohio“ lautete zunächst, ohne Erlaubnis in indisches Territorium eingedrungen zu sein. Als die Beamten an Bord kamen, fanden sie einen Vorrat an 35 Waffen, 102 Magazinen und 5.682 Schuss Munition – was allerdings für das Engagement der Seeleute im Anti-Piraterie-Einsatz nicht nur nicht ungewöhnlich, sondern auch vonnöten war.

Sechs britische Ex-Soldaten, die sogenannten „Chennai 6“, waren gegen das 2016 gefällte Urteil in Berufung gegangen. Deren Familien und die britische Regierung hatten bereits zuvor auf verschiedensten Wegen versucht, eine Freilassung zu erwirken. Sie hoffen genauso wie ihre 29 Kameraden aus anderen Ländern auf eine schnelle Rückkehr in ihre Heimat.