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Die Würfel um Air Berlin sind gefallen

Die Ära Air Berlin geht zu Ende. Doch wer tritt das Erbe der insolventen Fluggesellschaft an? Darüber und welche nächsten Schritte zur Abwicklung anstehen informiert Air Berlin in einer aktuellen Pressemitteilung. Demnach hat der Aufsichtsrat von Air Berlin am Montag, 25. September, den aktuellen Stand der Bietergespräche für den Verkauf des Unternehmens besprochen. Dabei herausgekommen ist, dass die Lufthansa AG und die britischen Fluggesellschaft EasyJet für die Verhandlungen zum Verkauf auserwählt wurden. Ziel sei die Übernahme jeweils von Teilen der Air Berlin. Im Klartext: Andere Bieter wie der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl sind aus dem Rennen.

Die Würfel um Air Berlin sind offenbar gefallen, zumal in der aktuellen Presseinformation von Air Berlin weiterhin bestätigt wird, dass von der Lufthansa AG die Angebote für die Tochtergesellschaften Luftverkehrsgesellschaft Walter (LGW), die österreichische Ferienfluggesellschaft NIKI sowie für Teile von Air Berlin vorliegen. Zudem werde ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen eine Perspektive für mehrere tausend Mitarbeiter eröffnen.

Konkreter wird es in verschiedenen Medienberichten. Demnach habe der Lufthansa-Aufsichtsrat unlängst rund eine Milliarde Euro für den Erwerb von insgesamt 81 Flugzeugen aus der Air Berlin-Flotte bewilligt. Der geplante Kauf umfasse 41 Airbus-Mittelstreckenjets und 20 Turboprop-Maschinen des Herstellers Bombardier. 20 Airbus-Mittelstreckenmaschinen von Air Berlin besitzt die Lufthansa AG bereits. In weiteren Medienberichten heißt es, dass der bewilligte Flugzeugkauf davon abhänge, ob die Verhandlungen zum Kauf von weiteren Teilen der Air Berlin zum Erfolg führen. Air Berlin habe dafür einen Kaufpreis von 200 Millionen Euro genannt.

In weiteren Medienberichten heißt es, dass die Lufthansa AG nahezu alle 81 Flugzeuge bei der Tochtergesellschaft Eurowings in Dienst stellt. Fünf Airbus-Maschinen indes seien für die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian vorgemerkt. Wie bereits erwähnt wird auch Easyjet eine größere Anzahl von Flugzeugen übernehmen. In Medienberichten ist von 30 Mittelstreckenjets die Rede, die künftig für Easyjet an den Start rollen. Sollten Flugzeuge übrigbleiben, sei Condor an den Maschinen interessiert. Für die Bieter zudem wichtig sei der schnelle Zugriff nicht nur auf die Maschinen, sondern auch auf die Crews. Die Lufthansa-Tochter Eurowings beispielsweise habe aktuell 1000 Stellenanzeigen ausgeschrieben, davon 300 für Piloten, 500 für Flugbegleiter und 200 Stellen für das Bodenpersonal.

Des Weiteren informiert die Presse darüber, dass Eurowings bereits die ersten Piloten aus den Reihen der insolventen Air Berlin eingestellt habe. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Die Verhandlungen zwischen Air Berlin, Lufthansa und Easyjet sollen am 12. Oktober abgeschlossen sein. Allerdings könnten laut Medienexperten bis zu drei Monate vergehen, bis die Wettbewerbsbehörden die Verträge geprüft haben und die Forderungen von Gewerkschaften erfüllt sind. Man darf auf den weiteren Verlauf gespannt sein.