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Frankfurt entwickelt sich zum Brexit-Gewinner

Frankfurt am Main kann zu den großen Gewinnern eines Brexits zählen. Rund 200 Kreditinstitute und 100 ausländische Banken sind dort bereits angesiedelt. Seit geraumer Zeit wirbt die Stadt bei internationalen Großbanken mit ihren Vorzügen. Experten rechnen nun damit, dass der Brexit vor allem den Immobilienboom in Frankfurt weiter vorantreibt. Denn sollte nur ein Bruchteil der Finanzbranche von London nach Frankfurt ziehen, würden dort die Immobilienpreise weiter steigen.

Laut dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier profitiere die Bankenmetropole in sehr viel größerem Maße als bislang bekannt von einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „Wir haben rund 40 Finanzinstitute und Banken, die teilweise oder ganz hierher kommen werden als Folge dieser Brexit-Diskussion“, so Bouffier in einem jüngst veröffentlichten Interview.

Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance bestätigt die von Bouffier genannte Zahl. „In rund 20 Fällen werden es neue Institute sein, die sich hier ansiedeln“, erklärt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative. Etwa zur anderen Hälfte würden bestehende Niederlassungen erweitert. Zudem rechnet die Initiative mit 10.000 zusätzlichen Bankern in den nächsten fünf Jahren.

Goldman Sachs hat die Jagd auf Frankfurter Büros bereits eröffnet. Die Investmentbank zieht vom Messeturm, wo sie bisher etwa 200 Banker beschäftigt, in den neuen Marienturm direkt gegenüber der Deutsche-Bank-Zentrale. Dieser soll 2019 bezugsfertig sein. In den oberen acht Stockwerken mietet Goldman rund 10.000 Quadratmeter, wo etwa 700 Banker Platz finden.

Bereits Anfang Mai verkündete die britische Großbank Standard Chartered, ihre Europa-Zentrale am Main ansiedeln zu wollen. Auch die Deutsche Bank ließ durchblicken, dass sie wohl mehrere Tausend Arbeitsplätze von London nach Frankfurt verlegen werde. Last but not least haben sich die japanische Investmentbank Nomura, der japanische Wertpapierhändler Daiwa Securities sowie Sumitomo Mitsui Financial Group, Japans zweitgrößte Bank, für Frankfurt als ihren Standort in der EU entschieden.