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Schwefelllimit bereitet Schiffseignern Kopfzerbrechen

Die meisten Schiffseigner stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Sie müssen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Flotten und zukünftigen Investmentstrategien treffen. Denn die Einführung des Schwefellimits ab 2020 wird aller Voraussicht nach zu höheren Kosten durch den neuen Kraftstoff führen, der ab dann eingesetzt werden muss. Er darf nur noch einen Schwefelgehalt von maximal 0,5 Prozent statt der derzeitigen 3,5 Prozent aufweisen. Eine Aussetzung der Vorgaben bis 2025 hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) abgelehnt.


Deutschland profitiert als Anrainer zweier Schwefel-Emissionsüberwachungsgebiete (Sulfur Emission Control Area - SECA) bereits von einer strengeren Regelung. In den SECAs der Nord- und der Ostsee gilt seit Anfang 2015 bereits der strengere Grenzwert von 0,1 Prozent für den Schwefelgehalt von Schiffskraftstoffen. Das bleibt auch nach 2020 so und macht eine Durchsetzung der Beschlüsse der IMO einfacher.


Laut der Einschätzung des Schiffmaklers Intermodal werden Raffinerien aufgrund der Größenordnung der Umstellung starkem Druck ausgesetzt sein, der weltweiten Nachfrage nach den niederschwefeligen Schiffskraftstoff adäquat nachzukommen. Zurzeit werden circa drei Millionen Barrel Schweröl am Tag produziert. Die Änderung dieser Produktionsmengen auf das neue Gemisch würde zu höheren Herstellungskosten und damit auch zu Preisanstiegen für den Kraftstoff führen. Manche Experten rechnen mit einem Preisunterschied zum bisherigen Schweröl von bis zu 400 US-Dollar pro Tonne.


So mutmaßen die Analysten von Intermodal auch, dass Reedereien verstärkt alternative Wege beschreiten werden, wie zum Beispiel in moderne Abgasreinigungssysteme oder die Umrüstung auf LNG-Antriebe zu investieren. Die Einführung der neuen Grenzwerte kann Schiffseigner zudem veranlassen, ältere Schiffe früher als geplant zu verschrotten. Eines ist allerdings klar: Der Übergang zu einer saubereren und umweltfreundlicheren Schifffahrt hängt von der Zusammenarbeit aller Akteure ab.