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Schnellerer und billigerer Wohnungsbau – ein Blick in die Niederlande lohnt

Die Deutschen machen sich das Bauen viel zu kompliziert. Bei den Niederländern läuft es da besser. Zwar herrscht auch bei unseren Nachbarn Wohnungsknappheit, Doch wird das Problem dort schnell gelöst – zu bezahlbaren Preisen.

Neben den strengeren Bauvorschriften schlagen in Deutschland vor allem die hohen Kaufnebenkosten zu Buche. In Holland kann man sich bereits mit 28 Jahren die eigene Wohnung leisten – die Nebenkosten sind gering und man benötigt kaum Ersparnisse. So beträgt die Maklerprovision bei einem Privatverkauf in den Niederlanden maximal zwei Prozent der Kaufsumme. Immer häufiger werden aber auch nur Festbeträge von 1.200 Euro verlangt. Nur Zusatzleistungen wie Wertgutachten kosten extra. Demgegenüber verlangt ein Makler in Deutschland leistungsunabhängig zunächst eine Provision von vier bis sieben Prozent.

Auch die Notarkosten sind beim Nachbarn im Westen viel günstiger, denn die Kommunikation mit dem Grundbuchamt ist digitalisiert, der Notar prüft nur noch kurz den Vertrag – das kostet standardmäßig ein paar Hundert Euro. Notare haben dort nämlich keine gesetzlich bestimmte Monopolposition mit Gebührenordnung wie in Deutschland. Der Käufer kann den Notar mit dem günstigsten Preis frei wählen. In den Niederlanden sind Neubauten außerdem von der Grunderwerbsteuer befreit und es gibt einen Freibetrag von 100.000 Euro, wenn Eltern ihr Haus an ihre Kinder weitergeben.

Auch in Sachen Flächennutzung geht Holland mit gutem Beispiel voran. Dort löst 2019 das Konzept des Umgebungsplans den Bebauungsplan ab. Künftig sollen ganze Baugebiete von Projektentwicklern in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden durchgeplant und bebaut werden. Vieles wird dabei offen gelassen, zum Beispiel die Anzahl der Stellplätze oder die Höhe der Gebäude. Genehmigt wird dann im Nachhinein. Hauptsache, man fängt schon einmal an.


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